Kurzgeschichte

Die neunzigtausend Einwohner zählende Metropole Südböhmens wurde im Jahre 1265 durch den böhmischen König Přemysl Otakar II. am Zusammenfluss der Flüsse Maltsch und Moldau als königliche Stadt gegründet, um seine Vormachtstellung in Südböhmen zu festigen.

Die gründliche Befestigung machte aus der Stadt einen strategisch wichtigen Ort sowohl im Verlaufe der Hussitenkriege, als auch in späteren Zeiten während des Ständeaufstandes und des nachfolgenden Dreißigjährigen Krieges.

Das sechzehnte Jahrhundert brachte der Stadt einen ungeahnten Aufschwung und erhebliche Gewinne, die in die Stadtkasse insbesondere aus der Silberförderung in den umliegenden Bergwerken, als auch aus dem Brauen des Bieres, der Fischereiwirtschaft und des Salzhandels flossen.

Die Theresianischen Reformen nach der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts machten aus České Budějovice den Sitz der neu gebildeten Region.

Das neunzehnte Jahrhundert, dass durch den umwälzenden technischen Fortschritt charakteristisch war, regte wiederum die Entwicklung des Handels und der Industrie an. Die Pferdeeisenbahn, die in den Jahren 1825-1832 als erste Eisenbahn auf dem europäischen Kontinent errichtet wurde, verband České Budějovice mit dem oberösterreichischen Linz, und gemeinsam mit der Moldauschifffahrt beschleunigte sie den Warentransport.  Es entstanden neue Unternehmen wie die Bleistiftfabrik, Brauereien, eine Produktionsstätte für Geschirr u. ä.

Das zwanzigste Jahrhundert brachte eine weitere stürmische Entwicklung und České Budějovice wurde zu einer wirklichen wirtschaftlichen und kulturellen Metropole Südböhmens.

Nach dem Jahre 1990 wurde sie zur Statutarstadt mit dem Oberbürgermeister an der Spitze. Es wurden die traditionellen Handels- und Kulturbeziehungen zu Österreich, Deutschland und den übrigen europäischen Ländern wieder aufgenommen.

Umfangreiche Veränderungen erfuhr vor allem die wirtschaftliche Sphäre. Als bedeutende Unternehmen sind zu nennen:

die Brauereien Budweiser Budvar, staatliches Unternehmen, die Budweiser Bürgerbräu AG, die Gesellschaft Robert Bosch spol. s r.o., Madeta České Budějovice, a.s., Motor Jikov a.s., Koh - i – Noor Hardtmuth a.s.

Seit dem Jahre 1991 wirkt in České Budějovice die Südböhmische Universität mit fünf Fakultäten.

Die Gesellschaft Výstaviště České Budějovice a.s. (Messegelände Budweis AG) verfügt über das größte Ausstellungsareal in der Region Südböhmen. Die bekanntesten Ausstellungen sind die Landwirtschaftsmesse und die sowohl im Frühjahr, als auch im Herbst veranstaltete Messe Hobby.

Bis in die heutige Zeit, in welcher die Stadt ein politisches, wirtschaftliches, kulturelles und geistiges Zentrum wurde, ist auch eine Vielzahl historischer Denkmäler erhalten geblieben:

Der Přemysl Otakar II. – Hauptplatz

Gehört zu den schönsten Marktplätzen in der Tschechischen Republik. Er ist von quadratischer Gestalt mit einer Fläche von 1 ha und von allen Seiten mit barocken Bürgerhäusern mit Laubengängen umsäumt. In seiner Mitte befindet sich der barocke Samson Brunnen aus dem 18. Jahrhundert mit der Statue des Samson, der mit dem Löwen ringt. Unweit des Brunnens ist im Pflaster der sog. Irrstein eingefügt, an dessen Stelle im Mittelalter einst der Galgen stand.

Das historische Rathaus

Das bedeuternste Gebäude des nach König Přemysl Otakar II. benannten Hauptplatzes erlangte seine jetzige Barockgestalt durch den Umbau im Jahre 1730. Sein Giebel ist reich verziert und an der Attika befinden sich die überlebensgroßen Statuen der vier Tugenden: die Weisheit, die Vorsicht, die Tapferkeit und die Gerechtigkeit.

Der Schwarze Turm

Eine nicht zu übersehende Dominante der Stadt war mit seinen 72 Metern das unlängst höchste Bauwerk in der Stadt. In der Vergangenheit diente es als Glocken- und Feuerwachturm. Von seinem  Wandelgang besteht ein herrlicher Ausblick auf ganz Budweis und die nähere Umgebung. Der Turm hat insgesamt 5 Glocken, von denen die größte den Namen Bumerin trägt (1723 – Masse nicht ganz 3,5 Tonnen) und die jüngste Budvar (1995). In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Barockkathedrale des Hl. Nikolaus aus dem 17. Jahrhundert.

Der Piaristenplatz

Ein reizvoller historischer Winkel, wo die ältesten Gebäude der Stadt, das Dominikanerkloster mit der Kirche Mariä Opferung aus dem Jahre 1265 stehen – das älteste erhalten gebliebene Denkmal der Stadt, an welches von der anderen Seite der sog. Weiße Turm und das architektonisch bemerkenswerte ehemalige Zeug- und Salzhaus anschließen.

Die Panská Gasse 

In der malerischen Strasse ist neben einer Vielzahl von Bürgerhäusern auch ein gotisches Blockhaus aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben. Am Ende dieser Gasse ragt der Rabensteiner Turm aus dem 14. Jahrhundert empor, der Bestandteil der ursprünglichen Befestigungsanlage der Stadt war.

Die Stadtbefestigung

Entlang des Flusses Maltsch und des blinden Arms der Moldau sind Reste der Stadtmauern mit weiteren Türmen erhalten geblieben – die halbkreisförmige Bastei Otakarka oder die sog. Eiserne Jungfrau, ein Turm, der angeblich einst als Folterkeller gedient haben soll.